Lukas Krankenhaus Gronau gGmbH, Heizzentrale

Referenzen · Krankenhäuser

Lukas Krankenhaus Gronau gGmbH Erneuerung der Heizzentrale

Planungsleistungen nach HOAI der Leistungsphasen 1-7 für die Anlagengruppen GWA-Anlagen und WWR-Anlagen sowie Bauleitungstätigkeiten in Abstimmung mit der Technischen Leitung

Planungsbeginn: Juni 2005
Fertigstellung: Oktober 2005
techn. Baukosten brutto: 330.000 €
Bauherr: Lukas Krankenhaus 
Gronau gGmbH

Leistungen der ISW:
Planungsleistungen nach HOAI der Leistungsphasen 1-7 für die Anlagen-
gruppen GWA-Anlagen und WWR-Anlagen sowie Bauleitungstätigkeiten in Abstimmung mit der Technischen Leitung

Planung/Bauleitung
S. Rinsche

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Die Lukas-Krankenhaus gGmbH hat sich von einem ehemals interdisziplinär geführten Haus zu einem Spezial-Krankenhaus der Bereiche Geriatrie und Psychiatrie entwickelt. Die Grundlage der Arbeiten sowohl in der Geriatrie als auch in der Psychiatrie sind modernste Diagnostik und Therapieformen, die individuell auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten sind. Das Haus hat insgesamt 110 stationäre Betten der Bereiche Geriatrie und Psychiatrie. Im Tagesklinikbereich sind 10 Plätze für die Geriatrie und 25 Plätze für die Psychiatrie vorgehalten. Die im Haus integrierte Großküche deckt den Tagesbedarf der Klinik und zusätzlich den des benachbarten Altenheimes ab.

Die ehemalige Nutzung des Krankenhauses erforderte den Einsatz von Dampfkesselanlagen, die sowohl den Dampfbedarf der Klinik als auch die Gebäudebeheizung und die Trinkwassererwärmung sicherstellten. Ein separat positioniertes Schwesternheim wurde ebenfalls über erdverlegte Anbindungsleitungen mit Heizenergie und Trinkwarmwasser versorgt.

Die Entwicklung des Krankenhauses zu einer reinen Geriatrie und Psychiatrie sowie der Wegfall des Dampfbedarfes der Küche führten dazu, dass das alte Energiekonzept aus wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten neu überdacht werden musste.

Als erster Schritt wurde das eigenständige Schwesternheim, welches nun auch Teile der Verwaltung beinhaltet, von der Hauptenergieversorgung des Krankenhauses abgetrennt. Zum Einsatz kam hier eine eigenständige Gas-Brennwert-Kesselanlage mit einer auf den Bedarf des Hauses abgestimmten Warmwasserbereitung, die einen hygienisch einwandfreien Betrieb des bestehenden Leitungsnetzes ermöglicht. Eine in ihrer Betriebsweise auf die Bedürfnisse abgestimmte Heizungsanlage ist hier optimal in den Bestand des Hauses eingepasst worden.

Die Hauptmaßnahme zur Energieoptimierung des Lukas-Krankenhauses jedoch stellt den Austausch der nicht mehr benötigten Dampfkesselanlagen sowie der dazugehörigen Heizwasser- und Trinkwarmwasserkomponenten dar. Die mit einer Leistung von 1.160 kW auf die ehemals erforderliche Leistung ausgelegten Dampfkesselanlagen werden durch eine Kombination aus Brennwertkessel mit einer Leistung von 585 kW und einem Niedertemperaturheizkessel mit einer Nennwärmeleistung von 730 kW ersetzt. Zur hydraulischen Trennung der Gesamtanlage wird zwischen den Erzeugern und den Verbraucherkreisen eine hydraulische Weiche (siehe Foto) eingesetzt, um eine Entkopplung der Heizwasservolumenströme zu erreichen.

Zur optimalen Ausnutzung der installierten Brennwerttechnik wird eine Warmwasserbereitung im reinen Durchlaufprinzip installiert, die über einen eigenen Heizungspufferspeiche verfügt, der geringstmögliche Rücklauftemperaturen im Bereich der Warmwasserbereitung ermöglicht. Da aufgrund der Küche ein hoher Spitzenvolumenstrom erforderlich ist, am Rest des Tages jedoch ein sehr geringer Warmwasservolumenstrom benötigt wird, ist eine kaskadierte Warmwassererzeugung vorgesehen, die sich im reinen Durchlaufprinzip dem jeweiligen Warmwasserbedarf individuell anpasst. Auf Trinkwarmwasserspeichervolumen wird grundsätzlich verzichtet, um ein hygienisch einwandfrei aufbereitetes Trinkwasser der Bestandsanlage zukommen zu lassen.

Energieoptimierte Pumpen- und Regelungsorgane sowie die Erneuerung der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik runden die Sanierung der Heizzentrale ab.

Für den Bauherrn wurden zwei Finanzierungskonzepte erarbeitet und in Leistungsverzeichnissen umgesetzt. Zum einen wurde die Variante „Eigenfinanzierung“ über eine Ausschreibung unter Beteiligung der regional tätigen Firmen durchgeführt. Zum anderen ist auch die Variante eines „Wärmelieferungsvertrages (Energiecontracting)“ ausgeschrieben und bewertet worden. Für den Bauherrn konnte dann die optimale Finanzierungsmöglichkeit gewählt werden.